Sprecherrat der Kleingärtenvereine
Auf dem Niederlehmer Werder

Ergebnisse 2001/ 2002
 
1. Schutz von sensiblen Bereichen durch weiteren Ausbau von Schutzhecken aus Astwerk
2. Schaffung von Habitaten für seltene standorttypische Arten
3. Durchführung von Landschaftspflege- und -entwicklungsmaßnahmen
4. Fortführung der Pflanzung alter Obstsorten
5. Gärtnerische Fachberatung durch den Biogarten Prieros
6. Gezielte Lenkung von Erholungsaktivitäten
 
7. Ergebnisse der ornithologischen Dauerbeobachtung
Die nun folgende Übersicht enthält als PDF- Dokument Bilder
 
Übersicht über die Ergebnisse bei der Umsetzung der Entwicklungskonzeption der Niederlehmer Kleingartenanlagen in den Jahren 2001 und 2002 xxxDiese Seite als PDF- Dokument anzeigen
xBiogarten Prieros
lllNABU
 

1. Schutz von sensiblen Bereichen durch weiteren Ausbau von Schutzhecken aus Astwerk

Bereits 1997/1998 wurde begonnen, ökologisch besonders empfindliche Uferbereiche mit Benjes-Hecken weitgehend sicher vor Beunruhigungen durch Vereinsmitglieder und Gäste zu schützen. Zur Erweiterung dieser Schutzmaßnahmen wurden jeweils im Frühjahr 2001 und 2002 in mehreren Arbeitseinsätzen insgesamt ca. 400 lfd. m neue Astwerkhecken (ca. 600 m3 Material aus Ufersicherungsmaßnahmen der Schifffahrtsdirektion und aus eigenen Landschaftspflegemaßnahmen) verbaut.

 
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2. Schaffung von Habitaten für seltene standorttypische Arten

Neben der sicheren Ausgrenzung der sensiblen Bereiche wurden in Übereinstimmung mit der Entwicklungskonzeption vor allem im Jahr 2001 weitere Schritte unternommen, um sowohl die Bedingungen für vorhandene Arten zu verbessern als auch Voraussetzungen für die weitere Entwicklung und Neuansiedlung durch Nisthilfen oder geeigneter Habitatbausteine zu schaffen. Dazu zählten:

- Schaffung von 3 Nistangebote für den Eisvogel, davon 2 mit vorgefertigter Brutröhre llllund umgebendem Lehmblock hinter Wurzeltellern umgestürzter Erlen. Grundlage llllwaren Beobachtungen über erfolglose Versuche eines Eisvogels im Jahr 2000, sich lllldort einen Brutplatz zu schaffen. Eine Brutröhre wurde bereits nach wenigen Tagen llllbezogen. In den Jahren 2001 und 2002 konnten jeweils zwei erfolgreichen Bruten llllbeobachtet werden .

- Anbringung eines Brutkastens für die Schellente;
- Anlage mehrerer Totholzhaufen aus Stämmen gefällter Bäume in den ausgrenzten llllsensiblen Biotopen;
- Wiederherstellung einer offenen Binnenwasserfläche im Verlandungsgebiet im llllVereinsgelände "Sonnenschein" für Amphibien und Wasservögel.

Der dabei anfallende Aushub wurde z.T. von den Mitgliedern der Vereine für die Bodenverbesserung genutzt. Diese Wasserfläche wurde 2002 sowohl von verschiedenen Wasservögeln genutzt als auch sehr stark als Laichgewässer von Fröschen angenommen. Es war eine Erweiterung dieser Wasserflächen geplant, um so eine geschützte Brutinsel entstehen zu lassen. Aufgrund des Wasserstandes muss dieses Vorhaben auf 2003 verschoben werden.

 
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3. Durchführung von Landschaftspflege- und -entwicklungsmaßnahmen

Auf der Grundlage der Entwicklungskonzeption, der Vorschläge unserer Ornithologin Frau Dr. Eidner und der aktuellen Hinweise der Spezialisten der DUBROW GmbH wurden entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der Kleingartenvereine und ihres Sprecherrates für die Jahre 2001 und 2002 folgende Maßnahmen zur Landschaftspflege und zur Schaffung von Entwicklungspotentialen vorbereitet und überwiegend im Rahmen von Arbeitseinsätzen der Vereine realisiert.

- Zurückdrängung des Erlenbestandes um 0,1 ha auf die ursprünglich vorhandene llllBestandsgrenze zugunsten der Wiederherstellung eines geschlossenen Schilfgürtels llllin Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde (siehe Abb. 6) sowie Fällung von lllljüngerem Erlenaufwuchs in den vorhandenen Schilfflächen zwischen Wernsdorfer llllStraße und Verein "Möllenzugsee",

- Mahd/Mulchen auf ca. 1,0 ha Feuchtgrünland als Voraussetzung für die Beweidung llllmit Island-Pferden ab 2002 (4.976 DM)

- Regelmäßige Beweidung des größten Teils der vorgesehenen Flächen (ca. 10 ha) lllldurch 7 Island-Pferde imJahr 2002, wodurch eine deutliche Verbesserung des llllZustandes des Grünlandes, vor allem durch Zurückdrängung der Brennnessel und der llllhochwachsenden Gräser erreicht wurde. Für die Entwicklung des ursprünglichen llllArtenreichtums dürften jedoch noch 4-6 Jahre nötig sein.

- Schaffung eines Überwinterungsplatz mit je einem Paddock auf der Ackerbrache llllwestlich Vereins "Möllenzug" für die männlichen und die weiblichen Tiere, von dem llllaus im Winter weitere Flächen mit vorhandenen Altgrasbeständen beweidet werden.

 
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4. Fortführung der Pflanzung alter Obstsorten

Nach der ersten Pflanzaktion von 27 vierjährigen Hochstämmen im Jahr 2000 im Eingangsbereich an der Wernsdorfer Straße, im hinteren Bereich Wederdamm, als Streuobstwiese im Verein Möllenzugsee sowie als Einzelbäume auf Gemeinschaftsflächen und auf Parzellen wurden im Jahr 2001weitere Bäume wegbegleitend im mittleren Bereich Wederdamm sowie auf Gemeinschaftsflächen des Vereins "Sonnenschein" gepflanzt.

5. Gärtnerische Fachberatung durch den Biogarten Prieros

Seit 1999 erfolgt die gärtnerische Fachberatung durch den Biogarten Prieros. Dies geschieht sowohl durch kostenlosen Eintritt und individuelle Konsultationen unserer Kleingärtner im Biogarten als auch durch mehrere Veranstaltungen in den Jahren 2001 und 2002 in Niederlehme.

6. Gezielte Lenkung von Erholungsaktivitäten

Unser Konzept besteht darin, neben dem physischen Schutz der sensiblen Bereiche die Erholungsaktivitäten durch entsprechende Angebote in die weniger empfindlichen zu lenken und dort zu bündeln. Dadurch konnten Nutzungskonflikte deutlich gemindert werden, ohne dass sich die Mitglieder und Gäste unserer Vereine bevormundet oder eingeschränkt fühlen.

Als sehr wirksam in diesem Sinne erwiesen sich der Aufbau einer Steganlage für Boote (1995-1998), die Schaffung und ständige Erhaltung mehrerer Badestellen, des Sportplatzes mit Fussballfeld, Volleyball, Korbball und Torwand an der Wernsdorfer Straße, der Bau von 3 Kinderspielplätzen und ihre Ausstattung mit attraktiven Spielgeräten sowie die Anlage eines Wanderweges entlang der Dahme vom Wederdamm bis zum Sellenzugweg mit entsprechenden Bänken zum Verweilen.

Diese Angebote nutzen, wie das Beispiel des Sportplatzes zeigt, z.T. recht intensiv auch Einwohner der Gemeinde Niederlehme.

Wichtige Maßnahmen in den Jahr 2001 und 2002 waren:

- die Erneuerung der Badestellen Inselblick und Sellenzugsee,
- die Reparatur und Ergänzung der Sportgeräte auf dem Sportplatz,

- das Aufstellen von 12 Bänken,
- der Bau einer Schutzhütte am Sportplatz als Treffpunkt für die Jugendlichen im llllHerbst 2002. Dabei war es uns wichtig, dass sich auch unserer Jugendlichen bei llllAufbau beteiligten (etwa 20) und ihn dann auch in gutem Zustand erhalten.

Es gibt von ihnen bereits die Idee, einen Sportverein zu bilden und über ihn ihre Interessen im Sprecherrat der Kleingartenvereine ihre Interessen zu vertreten.

- Es wird gegenwärtig geprüft, ob ab 2003 durch die Eigentümer der Island-Pferde llllzeitweise Reitunterricht und Ausritte ins Gelände ermöglicht werden können.

7. Ergebnisse der ornithologischen Dauerbeobachtung

Seit 1989, also seit dem Aufbau der Anlagen erfolgt durch Frau Dr. Eidner, Mitglied im Verein "Energie" und ausgewiesenen Spezialistin im NABU, die Beobachtung und die Auswertung der Entwicklung der Brut-, Gast- und Zugvögel im Bereich der Niederlehmer Kleingartenanlagen.

Diese Daten bildeten eine wichtige Grundlage sowohl für die Maßnahmen zum Artenschutz seit 1994 als auch für die Erarbeitung unserer Entwicklungskonzeption. Mindestens einmal im Jahr, aber auch außerplanmäßig bei dringendem Bedarf berichtet Frau Dr. Eidner im Sprecherrat über die Ergebnisse und bestehende Schwachstellen.

Seit 1998 werden diese Beobachtungen zunehmend durch Meldungen der Kleingärtner über Bruterfolge auf ihren Parzellen (z.B. Nistkästen, Hecken- und Bodenbrüter) ergänzt.

 
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Die Ergebnisse zeigt Tabelle 1:
Tabelle 1: Beobachtungsergebnisse zu den Vogelarten auf dem Niederlehmer Werder

   
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